Pardo 2012 | Retrospektive Otto Preminger

Die Retrospektive des 65. Festival del film Locarno, die in Zusammenarbeit mit dem schweizerischen Filmarchiv und der Cinémathèque française organisiert wird, ist dem aus Europa stammenden, grossen Hollywood-Regisseur Otto Preminger (1905–1986) gewidmet.

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Rund 40 Titel
Das 65. Festival del film Locarnol präsentiert dem Publikum erstmals das gesamte filmische Werk des Regisseurs Otto Preminger. Wie schon bei den Retrospektiven zu Ernst Lubitsch (2010) und Vincente Minnelli (2011) werden die Filmvorführungen von Gesprächen mit in Locarno anwesenden Filmemachern, Schauspielern und Filmkritikern begleitet. Zudem findet eine öffentliche Podiumsdiskussion zum filmischen Œuvre von Otto Preminger unter der Leitung von Carlo Chatrian, dem Kurator der Retrospektive, statt. Anlässlich der Werkschau wird von Capricci in Zusammenarbeit mit dem schweizerischen Filmarchiv und mit dem Festival del film Locarno eine Publikation in Französisch und Englisch herausgegeben werden. Das schweizerische Filmarchiv und die Cinémathèque française zeigen im Herbst das gesamte Werk von Otto Preminger. Für Olivier Père, künstlerischer Leiter des Festival del film Locarno, verbindet das Kino Premingers «persönliche Schicksale mit der grossen Geschichte, Gewalt mit Besonnenheit, kalte Intelligenz mit Gefühl, hochmütige Skepsis mit Menschlichkeit.» (Blog von Olivier Père über Otto Preminger)

Otto Preminger – Zensurmüde
Otto Preminger wurde 1905 im oesterreichisch-ungarischen Wiznitz geboren. Seine Laufbahn begann mit dem Unterricht als Schauspieler und Theaterregisseur bei Max Reinhardt. In Österreich entstand auch sein erster langer Film, Die grosse Liebe (1931). 1934 ging er in die USA, wo er als Regisseur im Rahmen kleinerer Filmproduktionen für die 20th Century Fox zu arbeiten begann. 1944 entstand sein erstes Meisterwerk Laura – ein Klassiker des Film Noir, der den eigentlichen Auftakt seiner Karriere markiert. 1953 beschloss Preminger – der fortwährenden Probleme mit der Zensur und den Studios müde geworden –, seine Filme selbst zu produzieren und so die absolute Kontrolle über seine Werke auszuüben. Diese Zeit grosser Freiheit und Kreativität begann er mit der äusserst erfolgreichen Komödie Wolken sind überall (The Moon Is Blue, 1953). Zwischen 1954 und 1962 realisierte Preminger in ununterbrochener Abfolge ebenso schlichte wie vollkommene Meisterwerke, von Fluss ohne Wiederkehr (River of No Return, 1954) über Bonjour Tristesse (1958), Anatomie eines Mordes (Anatomy of a Murder, 1959) und Exodus (1960) bis hin zu Sturm über Washington (Advise and Consent, 1962). Nach Bunny Lake ist verschwunden (Bunny Lake is Missing), den Preminger 1965 in London drehte, entstand eine Reihe weniger bedeutender Filme. Preminger starb 1986 in New York.

Infos title=

Das 65. Festival del film Locarno findet vom 1. bis 11. August 2012 statt.
art-tv.ch wird über das Festival mit einer Sonderseite berichten.


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