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Croisière 11. So heisst die Kollektion, mit der die Modedesignerinnen Sabine Portenier und Evelyne Roth die Jury überzeugt haben. Streng und trotzdem sinnlich präsentieren sich die 25 Teile, die sich auch im Alltag bewähren.
© Portenier Roth
© art-tv.ch
Service
Körperkontakt
Ein Kleid entwickelt erst am Körper seine Kraft. Das gilt besonders für die Kollektion «Croisière 11», welche die Jury erst von einem Modell getragen zu überzeugen vermochte. Das hat seinen Grund: «Wir arbeiten nicht in der Zweidimensionalität, wir entwerfen direkt an der Büste», erklärt Evelyne Roth, die zusammen mit Sabine Portenier das Label PortenierRoth in Thun führt. Für ihre aktuelle Kollektion orientieren sich die beiden Designerinnen an der Wirbelsäule, erarbeiten ihre Entwürfe von hinten nach vorne. Wie eine Umarmung legen sich die 25 Teile, aus drei Grundschnitten entwickelt, um den Körper.
Textile Umarmung
Von vorne und hinten wirken die in Seide, Ikat, Chiffon, Leder gefertigen Teile grafisch, seitlich löst sich die Silhouette auf. Hier bauscht sich ein Rücken, dort schwingt ein Rock. Was die Form bestimmt, wirkt sich auf das Traggefühl aus. Die Kleider sind sinnlich zu tragen, sie schränken die Bewegung nicht ein. Statt die Teile zu füttern, wird das Futter zum jeweils nächsten Kleidungsstück. Was auf der nackten Haut getragen wird, ist waschbar, kostbare und aufwendig bearbeitete Stücke ergänzen die Basisteile. Diese Kombinierbarkeit macht «Croisière 11» zu einer marktfähigen Jahreskollektion, die vor Ort produziert wird.
Regionale Produktion
Portenier & Roth nutzen das Können ansässiger Kleinbetriebe, die einst für das Militär geschneidert und genäht haben. Das erlaubt ihnen, auf ökologisch bedenkliche Transporte zu verzichten, direkt einzugreifen und bei Bedarf jederzeit nachzuproduzieren. So behalten die Designerinnen die Kontrolle über ihr Produkt. Regional verwurzelt, international ausgerichtet, in temporären Concept-Stores vertrieben: Diese Karten spielen sie geschickt aus.
Sabine Portenier und Evelyne Roth
Kennengelernt haben sich die Designerinnen an der Schlossbergschule Thun, wo sie eine Ausbildung zur Damenschneiderin machten. Beide schlossen danach an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHBB als Gestalterin FH in Mode Design ab. Seit 2007 führen sie das gemeinsame Modelabel PortenierRoth mit Sitz in Thun. 2011 erhielten sie den Preis der Bernischen Stiftung für angewandte Kunst und zeigten 2010 ihre Kollektion in der Upcoming Swiss Designers Show an den Fashion Days Zürich. Beide arbeiten ausserdem als projektbegleitende, externe Dozentinnen am Basler Institut Mode Design K+K der Fachhochschule Nordwestschweiz.
Goldener Hase
Ausgehend vom bewegten Körper passt die Verbindung von grafischer Strenge mit handwerklicher Perfektion formal und inhaltlich perfekt in unsere Zeit. Und sicherte der Kollektion den goldenen Hasen.
Jahreskollektion «Croisière 11»
Die Kollektion umfasst 25 Looks und baut auf drei Grundschnitten auf.
Materialisierung: Ikat, Seide, Chiffon, gelochtes Leder, Strick.
» Sabine Portenier & Evelyne Roth | » Museum für Gestaltung Zürich | » Hochparterre

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